Offiziell zu existieren begonnen, hat die jüdische Gemeinde in dem Jahr 1665, durch den Herzog Georg Wilhelm von den Regionen Braunschweig und Lüneburg. Dieser residierte in Celle und gab den Juden, die dort in seinem Herzogtum lebten, Schutz durch eine bestimmte Anzahlung von Geld. Dies nennt man Schutz-Geld. Jedoch wurde den Juden trotzdem vorgeschrieben, wo sie zu leben hatten, und zwar nur außerhalb der Mauern, die Celle damals umgaben. Allerdings starb dieser Herzog 1705 und die Juden zahlten weniger Geld und hatten daher weniger Schutz. Schnell verstärkte sich auch die Annahme, dass Juden durch den häufigen Beruf als Pfandleiher mehr verdienen würden, weshalb die Einwohner eine Verordnung festlegten, die die Juden in ihrem Geschäftswesen massiv einschränkte und benachteiligte. Auch hatte die Gemeinde keinen Vorbeter (der Gebete vorspricht) und keinen Schächter (der Tiere schlachtet, sodass Juden sie essen dürfen), da laut der evangelischen Kirche alle den christlichen Glauben annehmen sollten. Daraus zu folgern, ist ein schwieriger Anfang der jüdischen Gemeinde in Celle und harte Lebensbedingungen der Juden, aufgrund der zunehmenden Vorwürfe und Propaganda gegen sie.

Das späte 19. Jahrhundert, sowie die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, war andererseits eine Blütezeit der jüdischen Gemeinde, die um die 110 Personen umfasste. Bis 1933, wo es 70 Personen gab, nahm die Zahl der Celler Juden jedoch stetig ab, sodass im Januar 1939 35 und im Oktober desselben Jahres nur noch 15 Personen jüdischen Glaubens in Celle lebten.

Die meisten Juden, die bis dahin nicht geflohen waren oder es nicht konnten wurden verhaftet und in Konzentrationslager gebracht, wo sie ermordet wurden. Es gab daher keine jüdische Gemeinde mehr.

Nachdem die Konzentrationslager aufgrund der Kapitulation Deutschlands von alliierten Soldaten befreit wurden, wohnten einige Juden wieder in Celle. Damit stieg die Zahl ungefähr auf 2000. Dies war ein Neuanfang, die Juden hatten nun eine Synagoge, einen Friedhof und die Stadt Celle reparierte die Schäden (dazu mehr im Kapitel Nachkriegszeit).

Heutzutage ist die jüdische Gemeinde in den bereits genannten Gebäuden lokalisiert. Sie repräsentieren sich sowohl durch das Internet als auch in der Bildungsarbeit, zum Beispiel zusammen mit der katholischen Schule in Celle. Außerdem geben sie Menschen jeden Alters Auskunft über die Historie des Judentums und dessen Glauben.