Das Judentum ist, wie ihr ja schon wisst, eine der drei großen Weltreligionen. Die anderen beiden sind das Christentum und der Islam. Die Juden sind nach dem Stamm und späteren Königreich Juda benannt. Ihre Geschichte hat schon sehr früh begonnen. Dabei war sie geprägt von Verfolgung, Mord und Flucht, aber auch von Nächstenliebe und Toleranz. Sie reicht bis weit vor die Antike zurück und ist bereits über 4000 Jahre alt. Das liegt fast zeitgleich mit dem Bau der Pyramiden in Ägypten. Die Geschichte des Judentums ist also schon so alt, dass es zur Zeit seiner Gründung sogar noch Mammuts auf der Erde gab!

Hier beginnt auch ihre Geschichte, nämlich mit den fünf Büchern Mose. Diese bilden die Glaubensschrift des Judentums, die Tora. Nach ihr beginnt Alles mit dem Pakt zwischen Abraham und Gott, was in der Bibel im ersten Buch Mose steht. Weiter geht es mit dem Auszug aus Ägypten durch Mose und mit der Offenbarung der zehn Gebote durch Gott. Diese Geschichte nennt man die Heilsgeschichte des Volkes Israel, also des jüdischen Volkes. Daraufhin siedelten sich die Juden im Lande Kanaan an, was heute in Syrien, Israel und Palästina liegen würde. Dieser Teil der jüdischen Geschichte wird als „Landnahme“ bezeichnet. Sie steht allerdings nicht mehr in der Tora, sondern im Buch Josua. Sicherlich habt ihr auch schon mal von den Königen David und Salomo gehört. Sie wollten hier für das Volk Israel ein eigenständiges Königreich mit einer eigenen Hauptstadt gründen. Diese Hauptstadt wurde Jerusalem genannt.

Nachfolgend verteilten sich die Juden durch Kriege und Wanderungen in der ganzen Welt. In der Antike lebten ungefähr 8 Millionen Juden in verschiedenen Gebieten. Beispielsweise waren viele in Judäa angesiedelt, aber auch in Ägypten und Syrien. Sogar im Norden Europas lebten Mitglieder des jüdischen Volkes, bis dorthin, wo heute London liegt. In dieser Zeit wurde das Königreich der Juden zu einer römischen Provinz und Jerusalem wurde durch die Römer zerstört.

Im Mittelalter entstanden in Europa viele jüdische Gemeinden. Hier lebten die Juden abgeschnitten von anderen Teilen der Bevölkerung unter einem Schutzherren. Dennoch waren sie damals sehr erfolgreiche Händler, die Beziehungen bis in andere Reiche stetig pflegten. Allerdings wurden sie immer weiter vom Handel ausgeschlossen, wurden mit hohen Abgaben belastet und mussten ihren Schutzherren viel Geld bezahlen. Das lag daran, dass der größte Teil der europäischen Bevölkerung aus Christen bestand, welche den Juden feindlich gegenüberstanden.

Nach dem Mittelalter, in der Neuzeit, wurden viele Länder durch die Reformation (Erneuerung der Kirche) toleranter gegenüber Juden. Auch im 18. Jahrhundert wurden die Juden vor dem Gesetz immer gleichberechtigter behandelt. Im 19. Jahrhundert allerdings verschlechterte sich ihre Situation in Europa wieder. Es kam zu zahlreichen Pogromen (Gewalttaten gegen Minderheiten) zum Beispiel in Russland. Auch im 20. Jahrhundert hatte es das jüdische Volk schlecht. So wurden sie während der Herrschaft der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler verfolgt und systematisch umgebracht, bis 1948 der Staat Israel gegründet wurde. Dieses Land gibt es heute noch.