Die Reichspogromnacht fand am vom 9.-10. November 1938 statt. Ein Pogrom ist eine Gewalttat gegen religiöse, aber auch nationale Minderheiten. Wenn in Deutschland zum Beispiel sehr wenige Juden im Vergleich zu Christen leben, dann sind sie eine religiöse Minderheit. Zu dieser Zeit herrschten in Deutschland die Nationalsozialisten. Ihre Diktatur dauerte von 1933 bis 1945. In dieser Pogromnacht riefen die Nationalsozialisten zum Boykott jüdischer Geschäfte und Einrichtungen in Deutschland auf. Sie sollten also an ihrer Berufstätigkeit gehindert werden. Allerdings wurden in dieser Nacht auch viele Verbrechen gegen Juden begangen. So wurden ihre Läden in vielen Städten angezündet und Synagogen wurden geplündert. Auch kam es zu Gewalt gegen Juden.

Die Nationalsozialisten nannten dieses Ereignis die „Reichskristallnacht“. Dieser Begriff sollte die Herrlichkeit dieser Nacht in ihren Augen ausdrücken. Leider blieb auch Celle davon nicht verschont. Hier verwüsteten vor allem Mitglieder der SA jüdische Geschäfte und die Synagoge. SA ist die Abkürzung für „Sturmabteilung“. Sie war eine Kampftruppe der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei). Die NSDAP wiederrum war die Partei der Nationalsozialisten. Damals wollte man in Celle auch die Synagoge anzünden. Man hat sich dann aber doch dagegen entschieden, da die Synagoge in der Nähe einer Lederfabrik lag, welche mit leicht entzündbaren Stoffen arbeitete. Sonst wäre wahrscheinlich ein großer Stadtteil abgebrannt. Allerdings wurde die Leichenhalle auf dem Friedhof von innen zerstört und die Fensterscheiben wurden eingeworfen. Dennoch konnte der nicht jüdische Friedhofswärter die Zerstörung des Friedhofs selber verhindern.