Schon seit dem 16. Jahrhundert leben Juden und jüdische Familien in Celle. Das ist aus Urkunden bekannt. Tatsächlich waren das aber nur sehr wenige. Zu einer richtigen Ansiedlung kam es nämlich erst während des Dreißigjährigen Krieges, also von 1618-1648. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Handwerker und Bauern, die damals in der Blumlage lebten. Das war außerhalb der Celler Stadtmauern. Innerhalb, also in der Altstadt, war es ihnen verboten zu leben. Hier mussten sie bis 1841 Frondienste für die Stadt leisten. Das waren unbezahlte Arbeiten, die verpflichtend waren. Erst danach konnten sie sich gegen eine Gebühr aus diesen Diensten freikaufen. Es dauerte noch bis 1848, dass die Celler Juden die gleichen Rechte erhielten, wie alle Bürger in Celle. Zu dieser Zeit wohnten die Juden auf der „Masch“. Zusammen mit vielen armen Händlern und einfachen Tagelöhnern zusammen. Dieses Gebiet ist heute der St. Georg Garten. Nachdem alle Juden also die gleichen Rechte wie alle Celler Bürger bekamen, wurden sie unter die Aufsicht eines Amtes gestellt. Dies war das „Königliche Hannoversche Amt“. Dieses Amt wollte von der jüdischen Gemeinde, dass sie feste Regeln für ihre Schule, ihre Synagoge und andere Dinge ausarbeiten. Ab da gehörten auch Juden aus Hermannsburg, Eschede, Winsen und sogar Hankensbüttel zur jüdischen Gemeinde in Celle. Bis zum Jahr 1890 hatte sich auch das Berufsbild der jüdischen Bewohner geändert. In einer Statistik aus diesem Jahr wurden die Berufe aufgeschrieben. Danach gab es derzeit Händler, Kaufmänner, Bankiers (das sind Chefs in einer Bank), einen Zigarrenverkäufer, einen Lehrer und weitere. Trotzdem durften die Juden bis zu Mitte des 19. Jahrhunderts nicht in der Innenstadt wohnen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, also um 1900 herum, lebten etwa 120 jüdische Bürger in Celle. Nach dem ersten Weltkrieg, der von 1914 bis 1918 dauerte, war der Antisemitismus immer deutlicher zu spüren. Zum Beispiel wurden in der Stadt Flugblätter verteilt, auf denen stand, man solle Gewalt gegen Juden ausüben. Bis zum Beginn der nationalsozialistischen Zeit von 1933-1945 in Deutschland schrumpfte die Zahl der Juden in Celle auf etwa 70. Dabei zählten allerdings nur in etwa 12 Familien zur jüdischen Gemeinde. Die restlichen wanderten aus oder versteckten, dass sie Juden waren, um sich zu schützen.